Böll NRW: Blogger Power am 1. Dezember in Aachen

4803-16-blogger-power-flyer-web-01In jüngster Geschichte hat sich die Macht des politischen Bloggings verstärkt. Gleichzeitig ist die Gefährdung derjenigen Menschen dramatisch gestiegen, die sich dem kritischen Blogging widmen. In Bangladesch zum Beispiel wurden Blogger*innen und Aktivist*innen brutal ermordet oder müssen um ihr Leben fürchten, weil sie sich für die Einhaltung der Menschenrechte und Toleranz in ihrem so genannten säkularen Staat einsetzen. Heute leben im deutschen und weltweiten Exil viele dieser mutigen Blogger*innen, wo sie häufig weiterhin politisch aktiv ihre Blogtätigkeit weiterführen können. Wie sieht die Situation für die politischen Blogger*innen in Bangladesch aktuell aus, für welche politischen Forderungen kämpfen sie im Internet? Wie kann ihre politische Arbeit auch im Exil unterstützt werden? Diesen Fragen möchten wir nachgehen im Gespräch mit den Bloggern aus Bangladesch: Mahmudul Haque Munshi, Nadir Ahmed, Arnab Goswami, Nastiker Dhormokotha

Moderation: Katrin Feldmann, Jürgen Jansen

Ort der Veranstaltung: Welthaus Aachen, An der Schanz 1, 52064 Aachen

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Bericht: Klerikales oder säkulares Arbeitsrecht

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Am Sonntag, dem 20.11. fand ab 11:00 ein Arbeitsfrühstück im Büro des Kreisverbandes Rhein-Sieg der Linken statt. Eingeladen hatte ein Bündnis aus IBKA und säkularen Arbeitsgruppen aus SPD, Linkspartei und Grünen.

Ingrid Matthäus-Meier stellte die rechtlichen Grundlagen des sogenannten kirchlichen Arbeitsrechtes vor. Einen großen Teil des Vortrages und der Debatte beschäftigte sich mit der Genese und der rechtlichen Auseinandersetzungen mit diesen Sonderregelungen.

Die Darstellung von einschlägigen Gerichtsurteilen, aber auch der Versuch aus den Ministerien, gezielt kirchenfreundliche Formulierungen, die nicht durch Grundgesetz oder bestehendes Recht abgedeckt sind, in den Gesetzgebungs- und Erlassprozess einzuspeisen, wurde an mehreren Beispielen detailliert ausgeführt.

Besonders drastisch zeigt sich dies bei dem erfolgreichen Einspeisen des vermeintlichen Selbstbestimmungsrechtes über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz. Artikel 140 GG kennt nur ein Verwaltungsrecht.

Konsens unter allen Teilnehmer*innen war, das diese Themen von mehreren EBenen aus angegangen werden sollen, nicht zuletzt eben auch von der lokalen.

Eine Rückkehr Bangladeschs zum Säkularen: die Gerüchte und die Realität

Arnab Goswamivon Arnab Goswami (Übersetzung Arno Görne und Werner Hager)

Die Berichterstattung internationaler Medien über Bangladesch in der letzten Zeit war überwiegend negativ. Morde an Säkularisten, Unterdrückung von Minderheiten, willkürliche Hinrichtungen und die endlose Korruption der Regierung sorgen für allgemeine Kritik. Kürzlich aber kam Bangladesch mit der Absicht in die Schlagzeilen einiger prominenter Medien, Staat und Religion trennen zu wollen.

Dieses Gerücht entstand durch die Aussage von Dr. Abdur Razzak, einem Mitglied des Präsidialkommitees der herrschenden Partei, dass „der Islam nicht als Staatsreligion in der Verfassung Bangladeschs verankert sein sollte.“ Ich begrüße und schätze Dr. Razzaks Ansicht. Abraham Lincoln, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, sagte einst, eine Regierung solle ‚by the people, of the people, for the people‘ sein. Meines Wissens nach kann ein Land mit einer Staatsreligion das nicht erfüllen.

Tatsächlich ist die Verfolgung von Hindus und anderen Minderheiten im mehrheitlich muslimischen Bangladesch auf einem Höhepunkt. Alleine im November 2016 wurden mehr als 3000 Häuser und einige Tempel der Hindus und der eingeborenen Santalminderheit angesteckt, sowohl von islamischen Schlägern als auch von der Polizei. Weit in der Unterzahl versuchen die religiösen und ethnischen Minderheiten des Landes, die Repression zu ignorieren. Als aber dieses Jahr diese Tyrannei sprunghaft anstieg, baten sie um die Hilfe ihres lokalen Abgeordneten, Mr. Sayedul Haque, zudem der Minister für Viehzucht und Fischerei. Der Minister sagte unter Bezug auf diese Gräueltaten: „Ich sehe kein Problem. Die *Ungläubigen* reagieren über.“
[Betonung fett im Englischen]

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Arzu Toker las aus „Kein Schritt zurück“ – Aufzeichung

Werner Hager

Die Autorin, Journalistin und Übersetzerin Arzu Toker las am Donnerstag, dem 3. November im Rathaus der Stadt Bergisch Gladbach auf Einladung dreier säkularer Arbeitskreise aus SPD, Grünen und Linkspartei sowie dem IBKA aus ihrem Buch „Kein Schritt zurück“.

Der Abend drehte sich um die Rolle der Frau im Islam, Emanzipation und Integration. Schonungslos berichtete sie über Ehre, Morde und die Rückkehr partriarchialer Herrschaftsmechanismen.

Tokers Kritik richtete sich insbesondere gegen Wolfgang Schäubles Islamkonferenz und eine Integrationspolitik, die den gerade von Saudi-Arabien bestimmten Islamismus hoffähig gemacht habe.

In der an die Lesung anschließenden munteren Diskussion forderte sie Migrantinnen und Migranten auf, den Vorrang des weltlichen Rechtes (wie bspw. des Grundgesetzes) vor einem religiösem „Recht“ unbedingt anzuerkennen. Eine angebliche Integration über Moscheegemeinden stünde dem diametral entgegen.

Arzu Toker ist Mitglied des Beirates des IBKA.

Der Video-Mitschnitt der Lesung findet sich auf dem IBKA-YouTube-Channel.

IBKA-Link: http://ibka.org/node/1434
YouTube-Link: https://youtu.be/Sy7uVPuEFVs

Katja Dörner über Vortrag von Max Ehlers bei der Bonner Kreismitgliedersammlung

kmv-bonn-2016-mit-kurze-beine-kurze-wegeKurze Beine – kurze Wege

So nennt sich eine Eltern-Initiative aus Bonn <http://www.kurzebeinekurzewege.de/>, die auf meine Initiative hin, auf der November-Mitgliederversammlung der Bonner Grünen ihr Anliegen vorgestellt hat: Kinder sollen die zu ihrem Haus nächstgelegene staatliche Grundschule besuchen dürfen – und nicht aus religiösen Gründen abgelehnt werden. Warum es staatliche Bekenntnis-Grundschulen in NRW gibt, was die Auswirkungen sind und welche politischen Lösungen realistisch sind, brachte die intensive und konstruktive Diskussion ans Licht. Dafür Dank an die Initiative und den Kreisvorstand der Bonner Grünen!
aus dem Newsletter von Katja Dörner

Die Kreismitgliederversammlung fand am 8. Novmber statt

GHG Duisburg/Essen: Antisemitismus im 21. Jahrhundert am 21.11. in Essen

kuentzel-vorne Die antisemitischen Ausschreitungen im Rahmen einer Demonstration in Essen haben gezeigt, dass Antisemitismus im 21. Jahrhundert nach wie vor ein brandaktuelles Problem darstellt und der Kampf gegen ihn in alten und neuen Erscheinungsformen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein muss.

In diesen Erscheinungsformen vermischten sich außenpolitisch orientierter Antisemitismus mit einem offenen Angriff gegen die jüdische Religion. Der Vortrag wird sich dem Formwandel antisemitischer Erscheinungen widmen, sowie das gleichzeitige Auftreten religiöser und säkularisierter Formen des Antisemitismus im 21. Jahrhundert beleuchten.

Zum Referenten:

Der Politikwissenschaftler und Historiker Dr. Matthias Küntzel hat sich in mehreren Büchern mit dem Antisemitismus in Deutschland und in der islamischen Welt befasst. Bis 2015 war er research associate des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) an der Hebrew University in Jerusalem. Die Anti-Defamation-League zeichnete in 2011 für sein Engagement gegen Antisemitismus mit einem Menschenrechtspreis aus.

Am Montag, 21.11.2016, 18:30
im Glaspalast Essen der Universität Duisburg-Essen

hpd.de: Säkulare Blogger aus Bangladesch auf dem Parteitag der Grünen: „Es war ein Albtraum“

Von Daniela Wakonigg, Quelle: http://hpd.de/artikel/es-war-albtraum-13767

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(v.l.n.r.) Ahmed Nadir, Mahmudul Haque Munshi, Arnab Goswami
Foto: Daniela Wakonigg

Am Rande der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen am vergangenen Wochenende machten säkulare Blogger aus Bangladesch auf die lebensbedrohliche Situation von atheistischen Aktivisten in ihrem Heimatland aufmerksam.

Während im großen Saal der Halle Münsterland die Bundes- delegiertenkonferenz der Grünen in vollem Gange ist, herrscht am Samstagnachmittag plötzlich auch am Parteistand vor dem Eingang des Saals geschäftiges Treiben. Ein Plakat verrät den Vorübereilenden, das hier gleich eine Veranstaltung stattfinden wird: „Säkulare Blogger aus Bangladesch – Aktivist*innen berichten über ihr Leben und Arbeit, Flucht und Verfolgung“.

Auf Einladung der Säkularen Grünen NRW sind Mahmudul Haque Munshi, Arnab Goswami und Ahmed Nadir zur Bundes- delegiertenkonferenz nach Münster gekommen. Alle drei sind Atheisten und Internet-Aktivisten aus Bangladesch, die nach Deutschland flohen, um nicht ermordet zu werden – wie so viele andere säkulare Blogger in Bangladesch im Verlauf der letzten Jahre.

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