Gemeinsamer Aufruf zur Teilnahme an den Demos gegen den Autoritarismus Erdogans

Der Arbeitskreis Staat und Kirche der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Köln, die Säkularen Grünen und die laizistischen Linken NRW rufen zur Teilnahme an Demos gegen den Autoritarismus Erdogans am 31.07.2016 in Köln auf.

Die aufrufenden Verbände sind entsetzt über die Verletzungen von Freiheitsrechten in der Türkei, insbesondere der Presse- und Wissenschaftsfreiheit, Unabhängigkeit der Justiz und der Gewaltentrennung generell durch Polizeigewalt, Folter, Massenverhaftungen und Ausreiseverbote.
Alle Verbände fürchten auch um das Schicksal ihrer türkischen Schwesterorganisationen.

Wir begrüßen die Initiative der Parteijugendorganisationen in NRW, breite Demonstrationen „Erdowahn stoppen“ am kommenden Sonntag zu organisieren.

Aus den vergangenen Monaten ist uns bewusst, dass ein breiter autoritärer Block aus Islamismus und türkischem Nationalismus auch in Europa mittlerweile offen für Erdogans Politik eintritt und deshalb Demonstrationen hiergegen zur Stärkung von Demokratie und Recht hier und in der Türkei dringend notwendig sind.

Aufruf auf der Webseite des Säkularen NetzWerks NRW

Neuer Termin 13. August: Veranstaltung Religionsgemeinschaften und der Status der Körperschaft des Öffentlichen Rechts

Wiederholungstermin für die ausgefallene Veranstaltung am 19.6.

körperschaft_verschiebung_klWas ist der Status der Körperschaft des Öffentlichen Rechtes? Wieso wird dieser auch an Religionsgemeinschaften verliehen? Welche Auswirkungen hat ein derartiger Status für eine Religionsgemeinschaft? Welche Alternativen bestehen hierzu?

Einführender Vortrag von Gunnar Schedel mit anschließender Diskussion am Samstag 13.8., 16:00 im Grünen Zentrum in Hagen, Goldbergstraße 17.

Eine Veranstaltung der LAG Säkulare Grüne NRW und des KV Hagen

Der Eintritt ist frei.

Geschichte des Freidenkertums

FreidenkertumAufklärung, Dogmen- und Religionskritik wurde in der Weimarer Zeit breit diskutiert. Wie viele anderes brach dies mit dem Dritten Reich.

Welche Ansätze gab es damals und wie haben sich diese im Widerstand, im Exil und später in den beiden deutschen Staaten fortgesetzt?

Hierüber wollen wir mit Hans-Peter Keul vom Deutscher Freidenkerverband
diskutieren.

Am Do. 8. September, 19:00 im Grünen Treff, Paffrather Strasse 84, Bergisch Gladbach

PM Grüne KV MG: Grüne diskutierten über Flucht vor Islamisten und islamisch-autoritären Regimen

„Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne und Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach beschäftigten diese sich am Samstag in der gut besuchten Grünen Geschäftsstelle in Mönchengladbach mit den Fluchtgründen in Ländern und Regionen mit islamistischen Regimen. Klaus Blees von der „Aktion 3. Welt Saar“ gab dazu als Beispiele Berichte zur Situation in Syrien, Iran, Irak und Afghanistan.

Unter islamistisch-autoritären Regimen tauchen häufig spezifische Fluchtgründe auf, die in Deutschland oft nicht anerkannt werden, obwohl es sich eindeutig um Einschränkungen der Menschenrechte handelt. So wird laut Blees verfolgten Homo- und Bisexuellen von deutschen Behörden immer wieder nahegelegt, ihre Neigungen einfach zu verstecken, dann habe man nichts zu befürchten.

Klaus Blees in MG 01Ähnlich ergeht es jenen, die verfolgt werden, weil sie nicht dem Islam angehören, aus dem Islam konvertiert sind oder auch nur zu einer anderen Konfession innerhalb des Islam zählen. Vor allem KonvertitInnen müssen in Deutschland oft die Ernsthaftigkeit
ihres Wechsels nachweisen, ganz so, als begäbe man sich einfach so in die Gefahr von Verfolgung bis hin zur Todesstrafe.

In der intensiven Diskussion auf den Bericht waren die TeilnehmerInnen sich einig, dass ein immer noch vorherrschender Kulturrelativismus ein Problem darstellt. So kann es etwa nicht sein, dass die muslimische Welt mit der so genannten Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam die Universelle Erklärung der Menschenrechte ablehnt und so die Einschränkung wesentlicher Menschenrechte legitimiert.

Bei der Unterbringung von Vertriebenen muss in Deutschland deutlich differenzierter vorgegangen werden. Es stellt ein Problem dar, wenn Mitglieder verfolgter Minderheiten in deutschen Aufnahmelagern wieder gemeinsam mit Mitgliedern jener Gruppen untergebracht sind, von denen die Verfolgung ausgeht.

Auch muss Deutschland tradierte Verbindungen stärker hinterfragen. So unterläuft das Bündnis mit der sich zunehmend autoritär gebärdenden und Minderheit verfolgenden Türkei die Beseitigung von Fluchtursachen“.

Zur Webseite der Aktion 3. Welt Saar

Mitgliederversammlung am Samstag 2. Juli, 14:30 in Mönchengladbach

Liebe Säkularis und Interessierte,

hiermit laden ich Euch zur fünften Mitgliederversammlung 2016 des Landesarbeitskreises Säkulare Grüne nach Mönchengladbach ein. Die Mitgliederversammlung findet im Vorfeld des Vortrages von Klaus Blees von der Aktion der Aktion 3. Welt Saar zu „No Way Out? Fluchtgrund Islamismus“ statt.

Sa., 2. Juli 2016, 14:30 Uhr

Grünes Büro Mönchengladbach,
Brandenberger Straße 36
41065 Mönchengladbach .

 

Als Tagesordnung schlage ich vor:

1. Berichte
1.1. Ergebnisse der Delegiertenversammlung des Bundesweiten Arbeitskreises
2. Veranstaltungen 2H2016
3. Anträge
3.1 Religionsgemeinschaften und Mitgliedschaft Minderjähriger
4. Vortrag von Klaus Blees. (Antrag, die MV über die Veranstaltung hinweg zu velängern)
5. Sonstiges

 

Viele Grüße
Werner

Debattenbeitrag: Kritik

Debattenbeitrag von Werner Hager 13.5.2016

Kritik ist die Grundlage der Aufklärung. Alles unterliegt der Kritik.

Marx schrieb 1844 am Vorabend der Märzrevolution: „Für Deutschland ist die Kritik der Religion im Wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Ludwig Feuerbach seine monumentale materialistische Religionskritik bereits geäußert und grundsätzlich auch die Phase empirischer oder rationalistischer Gottesbeweise oder Gotteswiderlegungen abgeschlossen. Aber bereits bei den Aufklärungsreligionen oder bei Kant und Hegel war von einem persönlichen Gott nichts mehr übrig.
Pech für die Welt, dass die späteren Generationen die Religionskritik der Aufklärung nicht verstehen konnten oder wohl eher wollten.

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Jungle World: Das Fehlen der Religionskritik bei der AfD

Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2016/18/53947.html

„Rassismus statt Religionskritik

Vor ihrem Bundesparteitag hat die AfD einen Programmentwurf veröffentlicht, in dem Islamkritik ein hoher Stellenwert zukommt. Die Partei betreibt jedoch keine Religionskritik, sondern die rassistische Verteidigung ihres Deutschtums.

KOMMENTAR VON RICHARD GEBHARDT

Der stellvertretende Vorsitzende der »Alternative für Deutschland« (AfD), Alexander Gauland, sagte unlängst der Zeit, er wolle nicht »in einer muslimischen Gesellschaft leben«, denn »dafür haben wir schließlich 1683 die Türken vor Wien aufgehalten«. Gaulands historisch überhöhte Klage war ein schillerndes Beispiel für den Versuch der AfD, sich als »Anti-Islam-Partei« zu profilieren. Die Stichworte hierfür liefert die christliche Lebensschützerin und stellvertretende Vorsitzende der Partei, Beatrix von Storch. Bekanntlich liegt der Europaabgeordneten der AfD der Schutz des geborenen Lebens nicht unbedingt am Herzen. Die christliche Tugend der Nächstenliebe wird bei ihr im Wortsinne interpretiert – als Liebe zum eigenen Volk. Die Unterstützung muslimischer Flüchtlinge wird hingegen als »Fernstenliebe« geschmäht.
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Gespräch Ahmed Nadir mit Sven Lehmann und Irene Mihalic

Treffen Achmed Nadir„Sehr bewegendes Treffen mit Nadir Ahmed heute, der als säkularer Blogger aus Bangladesch fliehen musste.

Seit einigen Jahren häufen sich islamistische Mordanschläge auf Journalist*innen und Blogger*innen, die sich kritisch über den Islam äußern. Zwar gilt in der Verfassung das Prinzip der Trennung von Staat und Religion, aber der Einfluss islamischer Fundamentalisten in Regierung und Gesellschaft wächst. Zudem tut die Regierung in Bangladesch viel zu wenig dafür, Menschenrechte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung zu schützen.

Danke Ahmed Nadir für Deinen Mut und Deine öffentliche Stimme!“

Quelle: https://www.facebook.com/sven.lehmann.9250

PM des KV Bottrop zur Veranstaltung mit Ahmed Nadir

Ahmed Nadir

9. April in Bottrop

Am Samstag, dem 9.4.16 führte die Landesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne zusammen mit dem grünen Kreisverband Bottrop eine Veranstaltung mit dem Blogger Ahmed Nadir aus Bangladesh durch.

Ahmed Nadir lebt seit zwei Jahren als anerkannter Asylbewerber in Düsseldorf. 1988 wurde in Bangladesh der Islam Staatsreligion. Zehn Jahre später führte die Rückkehr von Afghanistan-Veteranen zu einer verstärkten Islamisierung des Landes, die von der Partei Jamaal al Islam getragen wird. 2001 und 2005 fanden Anschlagswellen insbesondere gegen Gerichtsgebäude statt, die mit Jamaal al Islam verknüpft waren. 2013 protestierten viele junge Menschen – per Internet organisiert und von Blogger*innen begleitet – gegen die Zustände im Land und forderten das Verbot der islamistischen Partei.

Am 15. Februar wurde der erste säkulare Blogger ermordet, islamistische Kundgebungen richteten sich gegen Säkulare und Atheist*innen. Die Regierung begann, Blogger*innen und andere säkulare Aktivist*innen.

Ahmed Nadir hatte 2013 die Demonstrationen in seinem Stadtviertel organisiert. Er besuchte im März die Cebit, seine Angehörigen warnten in eindringlich, nicht zurückzukehren, da massive Morddrohungen gegen ihn ausgestoßen. Er beschloss, Asyl zu beantragen. Seinem Asylantrag wurde stattgegeben.

Viele andere Blogger müssen sich aufgrund ihrer säkularen Einstellung verstecken und um ihr Leben und ihrer Angehörigen fürchten. Viele der Blogger sind bereits ermordet.

Deutschland sollte sich für diese aufgrund ihres Engagements auch für negative Religionsfreiheit verfolgten Menschen einsetzen. Nadir ist an der Gründung eines Netzwerks säkularer Exilant*innen beteiligt und auch an einer Parteigründung in Bangladesh, die Menschenrechte und säkulare Ziele durchsetzen möchte.

Nadir berichtete auch über seine Erfahrung im Flüchtlingsheim. Säkular eingestellte Menschen verbergen ihre Einstellung, um nicht Objekt von Aggression zu werden. Frauen, die kein Kopftuch tragen, bekommen einen Koran auf Bett gelegt. Dies weist auf die Notwendigkeit hin, auch im Umgang mit Flüchtlingen auf die Gewährleistung der individuellen (Religions-)Freiheit zu achten